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Yoga in der Tradition T. Krishnamacharya und T. K. V. Desikachar

„Lehre das, was in dir ist.

 Nicht, wie es dir selbst entspricht, sondern dem anderen"

                       „Leben und Lehren Krishnamacharyas"

Der südindische Yogi und Gelehrte Krishnamacharya (1889 -1989) verstand es, die alten Lehren des Yoga in die heutige Zeit zu bringen. Krishnamacharya war bewandert auch im Bereich der ayurvedischen Medizin, Philosophie, Mythologie, Astrologie, Literatur, Logik und Musik. In ganz Indien war er als vaidya (Heiler) und acharya (Weiser) bekannt. Er lehnte es ab, als Guru oder Yogi bezeichnet zu werden. Bekannte Persönlichkeiten, Maharadschas und Gelehrte gehörten zu seinem Schülerkreis.  

Heute wird seine Arbeit von seinem Sohn T.K.V. Desikachar weitergeführt, der mehr als 30 Jahre zu seinen engsten Schülern gehörte. Desikachar leitet dass Krishnamacharya Yoga Mandiram in Chennai, Südindien. Er unterrichtet heute weltweit die Anwendung des therapeutischen Yogas.

In der alten Zeit wurden die Lehren des Yoga vom Lehrer direkt auf den einzelnen Schüler übertragen. Es wurde nicht in Gruppen geübt. Dies geschah immer unter der Berücksichtigung der jeweiligen Gesundheit des Schülers, des kulturellen Hintergrundes, der Fähigkeiten und des Alters des Schülers. Die einzelnen Übungen, gleichgültig, ob auf der Körper,- Atem- oder mentalen Ebene gearbeitet wurde, wurden an die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Schülers angepasst. Der große Schatz der Yoga-Methoden bedarf einer differenzierten Vorgehensweise. So ist es uns nun heute dank Krishnamacharya möglich, auf bestimmte Krankheiten ganz gezielt einzugehen, Bewegung erst einmal wieder möglich zu machen, ohne die Menschen in eine bestimmte Form zu pressen. Es wird geschaut, wo der/die SchülerIn sich gerade befindet, was ist die Ausgangsituation? Welches Ziel soll erreicht werden? Wie sieht die Ausgangssituation im Alltag aus?

Nicht jede Übung passt zu jedem Schüler. Es ist dann auch nicht ungewöhnlich, dass bei bestimmten Übungen, die TeilnehmerInnen auf dem Stuhl, oder Kissen sitzen. Armbewegungen werden unterschiedlich ausgeführt, um ggf. Verspannungen im Bereich des Schultergürtels und des Nackens zu vermeiden. Bei wiederum anderen Übungen bekommen die TeilnehmerInnen jeweils andere Atemtechniken zur Aufgabe. Der Atem spielt von Anfang an eine zentrale Rolle. Es wird dynamisch im Rhythmus des Atems geübt.

Yoga üben kann jeder Mensch, ob jung oder alt, gesund oder krank, groß oder klein. Es kann zu jeder Zeit damit begonnen werden.